Geschichte - AV Salia-Silesia

AV Salia-Silesia Gleiwitz
zu Oppeln im CV
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Geschichte der Salia-Silesia

Der CV in Schlesien
Der Cartellverband der katholischen Studentenverbindungen CV entsteht in der Mitte des 19. Jh. als Gegenbewegung zum Bestreben des preußischen Staates, den Einfluss der katholischen Kirche zurückzudrängen (Kulturkampf, Akademischer Kulturkampf). Katholische Studenten schließen sich zusammen und gründen katholische Verbindungen (KDStV Bavaria Bonn 1844, KDStV Aenania München 1851, KDStV Winfridia Breslau 1856 (heute in Münster). Aenania sucht Kontakt zu anderen katholischen Verbindungen und geht 1856 ein Cartellverhältnis mit Winfridia ein. Das ist das Gründungsjahr des CV.
In Breslau entstehen weitere vier katholische Verbindungen, die sich dem CV anschließen. Aufgrund der stark anwachsenden Winfridia entstehen durch zwei Teilungen die CV-Verb. Rheno-Palatia 1900 (heute in Mainz) und die KDStV Salia 1904 (1975 fusioniert mit der AV Rheinland Köln). 1910 wird die KDStV Marchia (heute Aachen) gegründet und 1924 die KDStV Greiffenstein (heute Frankfurt).
Nicht nur in Breslau als einzige Universitätsstadt in Schlesien ist ein blühendes CV-Leben vorhanden, auch im Industriegebiet Oberschlesien und in den ländlichen Provinzen sind CV-Zirkel bis zum Beginn der Auflösungen der CV-Verbindungen ab 1934 und dem endgültigen Ende 1938 aktiv.
 
Gründung der Aktivitas Salia-Silesia
Nach fast 60 jähriger Pause durch das Verbot des CVs im Dritten Reich und der kommunistischen Herrschaft in Polen nach 1945 ist 1992 mit der Gründung der AV Salia-Silesia Gleiwitz das CV-Leben nach Schlesien zurückgekehrt. Kurz nach der Wende 1989 entsteht zunächst in Pécs / Fünfkirchen in Ungarn eine CV-Verbindung hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang, die AV Suebo-Danubia. Auf Drängen von ehemaligen Mitgliedern der Salia Breslau wird nach dem Vorbild der Suebo-Danubia die Salia-Silesia in Oberschlesien gegründet. Die Initiative dazu ergreift der CVer Damian Schwider (Rheno-Franconia), der einige Jahre zuvor aus Hindenburg / Zabrze in Oberschlesien ausgesiedelt ist und familiäre Bindungen zur alten Salia hat.
Der Altherrenverband Salia wird nach dem Krieg 1949 in Paderborn wiederbegründet, die Aktivitas 1953 in Köln. Allerdings findet sie nicht mehr zur alten Blüte zurück, insbesondere die Zeit nach der 68er Studentenrevolution macht ihr zu schaffen und so fusioniert sie 1975 mit der KDStV Rheinland Köln. In Erinnerung an die aufgelöste Salia übernehmen die Gründer der Salia-Silesia ihre Farben orange-schwarz auf weißem Grund in umgekehrter Reihenfolge, den Wahlspruch „Nec aspera terrent“ (auch Widerwärtigkeiten schrecken nicht) und das Wappen in etwas abgewandelter Form.
Die Publikationsfeier findet am 21. November 1992 im Schloss Wiegschütz / Pałac Większyce statt. Über hundert CVer und Gäste sind aus Deutschland angereist, 11 Verbindungen chargieren: Aenania München (1), Winfridia (Breslau) Münster (2), Ferdinandea (Prag) Heidelberg (19), Rheno-Franconia München (24), Borusso-Saxonia Berlin (26), Rheno-Palatia (Breslau) Mainz (28), Nassovia Darmstadt (33), Saxo-Silesia Hannover (48), Tuiskonia München (57), Cheruscia Würzburg (60) und Rheinland Köln (63). (Die Nummer in Klammern ist die CV-Nummer). Die Messe findet vor dem Kommers auf dem Sankt Annaberg statt, erstmals chargieren in der Wallfahrtskirche wieder CV-Verbindungen.
Auf den Stufen zur Wallfahrtskirche am Sankt Annaberg, erstmals können wieder CV-Verbindungen bei einer Messe chargieren, hier die Messe zum Puablikationsfest.
Im Schloss Wiegschütz / Pałac Większyce findet der Publikationskommers am 21. November 1992 statt.
Elf CV-Verbindungen chargieren bei der Publikationsfeier, über 100 CVer und Gäste sind aus Deutschland angereist.
 
1993 erfolgt auf der Cartellversammlung (C.V.) in Berlin die Aufnahme in den CV zunächst als „Freie Vereinigung“ 1996 auf der C.V. in Marburg als vollberechtigtes Mitglied mit der CV-Nummer 124. Zum 25. Stiftungsfest 2017 hat Salia-Silesia die CV-Nummer 120.
Die Gründungsburschen mit dem Gründungssenior Heinrich Ziegler sind Studenten der Ingenieurwissenschaften, die in Gleiwitz und Oppeln studieren und Mitglieder der Jugendgruppen der deutschen Minderheit sind. Man trifft sich in der „alten Schmiede“ in Zawada, das den Jugendgruppen vom Deutschen Freundeskreis (DFK) Gleiwitz zur Verfügung steht. Bald entsteht der Wunsch nach einem eigenen Heim. Unklar ist noch, wo das Haus stehen soll, in Gleiwitz, dem Ort, an dem die Verbindung gegründet wurde, Oppeln, aus dessen Umgebung die meisten Studenten kommen oder weiterhin ein ländlicher Sitz, wie es Zawada ist. Bei der Standortfestlegung gibt es unterschiedliche Auffassungen, die Debatten darüber sind erst mit dem Kauf eines Grundstückes in Oppeln 2003 beendet.

Gründung von drei Vereinen
Drei Jahre nach der Gründung der Aktivitas ist 1995 ist die Gründung eines Altherrenverbandes Salia-Silesia notwendig geworden, bereits 21 Alten Herren tragen als Bandphilister das Salia-Silesia Band. Ein Jahr später wird Manfred Schmidt (Winfridia) zum ersten Philistersenior gewählt.
Für eine rechtmäßige Existenz der Verbindung in Polen ist die Gründung eines Vereins nach polnischem Recht notwendig. 1996 wird der Towarzystwo Akademickie AV Salia-Silesia im Vereinsregister des Wojwodschaftsgerichts in Oppeln eingetragen. 1998 erfolgt die Gründung des Studentenfördervereins Silesia e.V. in Würzburg nach deutschem Recht. Beide Vereine sind die Voraussetzung für die Beschaffung eines Verbindungshauses. Der Erwerb des Grundstückes 2003 kann nur durch den polnischen Verein erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt noch ein Verbot des Erwerbs von Grundstücken durch Ausländer besteht. Zwar werden rasch Pläne für ein Verbindungshaus erstellt, die Baugenehmigung durch die Stadt Oppeln zieht sich aber über mehrere Jahre bis 2009 hin.

Erwerb einer Immobilie für das Verbindungshaus
Während dieser Zeit verlegt die Technische Universität ihren Campus in den Südwesten Oppelns, sodass die Grundstückslage im Osten der Stadt sich für die Studenten als ungünstig erweist. Von der Bebauung wird Abstand genommen und eine Immobilie in günstiger Lage zum Campus des Polytechnikums erworben. Somit hat die Verzögerung der Baugenehmigung, die zunächst Unmut hervorgerufen hat, sich im Nachhinein als günstig erwiesen. Die Finanzierung ist durch die Beiträge und Spenden der Mitglieder insbesondere des Studentenfördervereins in Deutschland über mehr als 10 Jahre gesichert. Eine Baugenehmigung für den Um- und Ausbau wird rasch erreicht. Nach notwendig gewordenen Änderungen der ursprünglichen Planung kann das Haus im Wintersemester 2016/17, also rechtzeitig vor dem 25. Stiftungsfest, für die Studenten genutzt werden.
Salia-Silesia und der CV
Freundschaftsverhältnis mit der KDStV Wildenstein Freiburg
Die weiten Entfernungen von der Universitätsstadt Oppeln zu den Universitätsstädten in Deutschland erschweren die Kontakte zu den übrigen CV-Verbindungen. Man kann nicht so einfach spontan andere Verbindungshäuser in der gleichen Stadt besuchen, Kreuzkneipen erfordern lange Anfahrtswege. Trotzdem wird versucht, einen engen Kontakt zu den CV-Verbindungen zu pflegen. Seit 2005 gibt es häufige gegenseitige Besuche zwischen der 1000 km entfernten KDStV Wildenstein Freiburg und der Salia-Silesia, das besondere Verhältnis beider Korporationen wird beim 20. Stiftungsfest 2012 mit einem Freundschaftsverhältnis und einem Bändertausch besiegelt.

Die Mitteleuropäische Ringkneipe MERK
Im Jahre 2000 wird in Prag die KStV Pragensis (im EKV) von Schülern des österreichischen Gymnasiums in Prag mit Unterstützung von CV- und ÖCV-Mitgliedern gegründet. Dabei entsteht die Idee eines engen Austausches der drei katholischen Verbindungen im sächsisch-schlesisch-böhmischen Dreieck als ein Beitrag zur europäischen Integration. Einmal jährlich (am Anfang sogar zweimal) treffen sich die Chursachsen aus Dresden, die Pragenser aus Prag und die Salia-Silesier zur „Mitteleuropäischen Ringkneipe“ MERK in einem der drei Länder mit einem touristischen Programm, einem Gottesdienst und der Festkneipe. Die Gastgeberrolle übernimmt jeweils die Verbindung, in deren Region die MERK stattfindet. Die erste Ringkneipe findet im Dezember 2000 in Krummhübel / Karpacs Riesengebirge statt. Ein für Salia-Silesia besonderer Ort mit symbolischer Bedeutung ist Kreisau / Krzyżowa in Niederschlesien auf dem Gutshof von Helmuth James Graf von Moltke für die 10. Ringkneipe 2007. Hier trifft sich während des 2. Weltkrieges die Widerstandsgruppe um Graf Moltke und hier feiern 1989 Kanzler Helmut Kohl, der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und der Bischof von Oppeln Alfons Nossol die deutsch-polnische Versöhnungsmesse nach dem Mauerfall.
Gemeinsame Couleurkarte der drei Verbindungen AV Salia-Silesia, KDStV Chursachsen Dresden und KStV Pragensis Prag, erstellt anlässlich der 12. Mitteleuropäischen Ringkneipe MERK 2009 in Meißen.
10. Ringkneipe 2007 auf dem Gutshof von Helmuth James Graf von Moltke in Kreisau / Krzyżowa Niederschlesien. Heute ist das aufwendig restaurierte Gut eine internationale Jugendbegegnungsstätte für die deutsch-polnische Verständigung.
In Breslau finden wieder Kommerse statt
Die ehemaligen Breslauer CV-Verbindungen kommen gerne an ihren Ursprungsort zurück. Ein geeigneter Ort für die Zusammenkünfte ist das ehemalige Verbindungshaus der Rheno-Palatia Breslau zu Mainz mit seiner idealen Lage an der Oder in unmittelbarer Nähe zur Dominsel. Es hat den Krieg relativ gut überstanden. Das heutige Hotel Tumski erinnert im Foyer an die frühere studentische Geschichte mit Fotos und Couleurartikeln. 2002 schlagen die ehemaligen Breslauer Verbindungen Rheno-Palatia und Marchia zusammen mit der Salia-Silesia in Breslau zum ersten Mal seit der Auflösung des CVs wieder einen Kommers. Auch die übrigen noch existierenden Breslauer CV-Verbindungen Winfridia und Greiffenstein kommen zum Teil öfters zu Besuch, Salia-Silesia begleitet die Besuchergruppen und chargiert bei den Kommersen im Hotel Tumski. Im Oktober 2011 im Rahmen der 200-Jahr-Feier der Universität Breslau schlägt Winfridia einen Kommers und verleiht dem Erzbischof von Breslau Prof. Dr. Marian Gołębiewski das Winfriden-Ehrenband. Salia-Silesia feiert in diesem Rahmen seine Semesterantrittskneipe.
Der Bankettsaal im Hotel Tumski (ehemaliges Verbindungshaus der Rheno-Palatia), hat den Charakter des Kommersaales erhalten können. Rechts der Balkon, der bei einem Kommers für die Damen reserviert war. 2010 im Rahmen der jährlichen Mitteleuropäischen Ringkneipe schlagen die KStV Pragensis Prag, die KDStV Chursachen und die AV Salia-Silesia einen gemeinsamen Kommers, bei dem auch die KDStV Germania Leipzig teilnimmt.

Mitgliederentwicklung
Zum 25 jährigen Bestehen 2017 zählt die Verbindung 171 Mitglieder, davon 78 Urmitglieder und 93 Bandmitgliedern. Einen starken Zuwachs von Bandphilistern aus Deutschland erfolgt in den Jahren 1996 (36) und 1997 (27), bei der Aktivitas gibt es hohe Rezeptionszahlen in den Jahren 2000 (17) und 2001 (8).

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